Der biometrische Pass ist sicher

Informationen, Schweizer Pass, 09.09.2009

Verschiedentlich konnte in der letzten Zeit von einem britischen Hacker gelesen werden, der offenbar innert zwölf Minuten einen mit einem ID-Chip ausgestatteten Pass knacken sowie eine Kopie des Ausweises hatte erstellen können. Das Bundesamt für Polizei gibt Entwarnung: Der biometrische Pass, der per 1. März 2010 in der Schweiz eingeführt wird, ist sicher.

Schweizer Pass 06

Beim neuen Schweizer Pass, der ab dem 1. März 2010 erhältlich sein wird, ist das beschriebene Vorgehen nicht möglich, ohne dass eine solche Manipulation sofort erkannt würde, denn: Hier kommt das sogenannte "Chip Authentication und Passive Authentication"-Verfahren zur Anwendung. Dabei werden die auf dem Chip gespeicherten Daten mit elektronischen Zertifikaten signiert. Wurde der Chip kopiert oder wurden die Daten auf dem Chip geändert, lässt sich dies zuverlässig auf Grund dieser Zertifikate feststellen. Diese Zertifikate sind das elektronische Gegenstück zu den physischen Sicherheitsmerkmalen im Schweizer Pass (z. B. das Kinegramm, welches das Foto schützt). Die Echtheit dieser Zertifikate muss genauso wie die Echtheit des Kinegramms geprüft werden.

Genau dies wurde aber vom britischen Hacker unterlassen. Um seinen vermeintlichen Erfolg zu demonstrieren, hat er ein Lesegerät und eine Software eingesetzt, welche die Zertifikate nicht prüft, sondern das Dokument lediglich liest und die gelesenen Daten anzeigt. Bei einer echten Kontrolle des manipulierten Ausweises wäre sofort feststellbar, dass ein Fehler bei den Zertifikaten besteht und dass es sich um einen gefälschten Ausweis bzw. gefälschten Chip handelt. Zudem müssten ja auch die physisch im Pass sichtbaren Daten (Namen, Foto etc.) so geändert und gefälscht werden, dass dies ein Grenzkontrollbeamter nicht erkennt. Dass dies in 12 Minuten oder auch in einem bedeutend längeren Zeitabschnitt gelingen sollte, ist auf Grund der verschiedenen Sicherheitsmerkmale im Pass nicht vorstellbar.

Der neue Pass ist sicher und verfügt über zahlreiche elektronische und physische (traditionelle) Sicherheitsmerkmale. Bei Kontrollen können derartige Fälschungsversuche ohne weiteres erkannt werden. Abschliessend ist hervorzuheben, dass es ohne die von der Schweiz ausgestellten Zertifikate zum Lesen der Fingerabdrücke unmöglich ist, die Fingerabdrücke im neuen Schweizer Pass zu lesen und somit auch zu kopieren.

nach oben Letzte Änderung 09.09.2009