Personenstandsregister (Infostar)

Die Heimatgemeinde ist eine Personalkörperschaft. Dies bedeutet, dass das Heimatrecht an die Person gebunden ist, unabhängig von deren Wohnort. Im Gegensatz dazu ist die Einwohnergemeinde eine Territorialkörperschaft, deren Mitglieder die jeweiligen Einwohner der Gemeinde sind.

Die zivilrechtliche Heimat einer Person richtet sich nach ihrem öffentlich-rechtlichen Bürgerrecht. Dieses ist primär Gemeindebürgerrecht und zugleich kantonales und eidgenössisches Bürgerrecht. Der Erwerb des Bürgerrechts richtet sich nach dem Bundesgesetz über den Erwerb und Verlust des Schweizerbürgerrechts vom 29.9.1952, Stand am 1.1.2013, (BüG; SR 141.0) in Verbindung mit Bestimmungen des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) und den entsprechenden kantonalen und kommunalen Bestimmungen.

Weltweite Einmaligkeit des Heimatort-Prinzips

In der Eidgenossenschaft wurde ab Mitte des 18. Jahrhunderts den Bürgern ein Heimatort zugeordnet. In der Regel handelte es sich dabei um den Wohnort des Familienvorstandes zu diesem Zeitpunkt. Die Heimatgemeinden hatten die Pflicht, für ihre Bürger Register zu führen. Diese sogenannten "Bürgerrodel" waren Vorläufer des heutigen Zivilstandsregisters. Der Heimatort wird seither von Gesetzes wegen infolge Kindesverhältnisses auf die Nachkommen übertragen. Bei Schweizer Bürgern figuriert der Heimatort auf beinahe allen Zivilstandsdokumenten sowie im Reisepass und auf der Identitätskarte.

Andere Staaten kennen hingegen keinen Heimatort, sondern lediglich die Staatsangehörigkeit. Deren Bürger besitzen somit einzig die Staatsangehörigkeit des entsprechenden Staates und sind nicht zugleich noch Bürger einer Gemeinde oder eines Bundesstaates. In diesen Staaten ist oft der Geburtsort einer Person von besonderer Bedeutung und daher in den amtlichen Dokumenten aufgeführt.

Der Heimatort im Ausweis

Wenn Sie mehrere Heimatorte haben, müssen Sie sich entscheiden, welchen Sie im Pass oder auf der IDK erwähnt haben möchten. Aus naheliegenden Gründen wird in diesen für Reisen ins Ausland verwendeten Reisedokumenten nur ein Heimatort erwähnt.

Falls Sie Ihren Heimatort beim Internetantrag nicht gefunden haben, klicken Sie auf folgenden Link Aufgehobene Gemeinden. Mit der Tastenkombination „Ctrl + F“ können Sie im Dokument nach Ihrem aufgehobenen Heimatort suchen und schauen, unter welchem Namen er heute geführt wird. 

Seit 2005 werden alle Zivilstandsereignisse im elektronischen Personenstandsregister, an welches alle schweizerischen Zivilstandsämter angeschlossen sind, beurkundet. Die Erfassung bleibt ausschliesslich in der Zuständigkeit der Zivilstandsämter bzw. der Sonderzivilstandsämter und erfolgt, wie früher, dezentralisiert.

Das Familienregister wurde durch das Personenstandsregister ersetzt. Alle in einem Familienregister als lebend geführten schweizerischen und ausländischen Personen werden mit ihren aktuellen Angaben in das Personenstandsregister übertragen.

Die Ereignisse über den Zivilstand werden nur in elektronischer Form beurkundet. Aus den in Papierform geführten herkömmlichen Zivilstandsregistern können Berechtigte weiterhin Auszüge (Geburtsschein, Todesschein, Eheschein) erhalten.

Personen, welche eine Urkunde zum Nachweis eines in der Schweiz eingetretenen Zivilstandsergeignisses brauchen (Geburt, Ehe, eingetragene Partnerschaft, Kindesanerkennung, Namensänderung, Eheauflösung, Auflösung der Partnerschaft, Feststellung und Auflösung des Kindesverhältnisses, Verschollenerklärung, Tod usw.), wenden sich an das Zivilstandsamt, welches das Ereignis beurkundet hat.

Urkunden über den Personenstand und den Familienstand (Personenstandsausweis, Familienausweis, Partnerschaftsausweis, Ausweis über den registrierten Familienstand usw.) werden durch das Zivilstandsamt am Heimatort erstellt.

 

nach oben Letzte Änderung 05.02.2015